Bernhard Käser    Vitas-Stressmanagement   Tel: 089/ 23 23 06 70   bk@vitas-institut.de

Stress Ursachen und innere Unruhe

■ Zeitdruck ■ Perfektionismus ■ aufgestaute Emotionen ■ negative Glaubenssätze
■ zuviel Angst           ■ verdrängte Gefühle         ■ unrealistisches” Tagespensum      ■ ständige Berieselung mit Medien
■ Gier, Neid ■ Hass, Verblendung ■ nicht stillbares Verlangen ■ Erwartungsdruck von Außen
Urteile, Wertungen      ■ Schlafmangel ■ Hängen an Idealen ■ durchkreuzte Absichten


Auf unseren Organismus wirken ein: ca. 800 000 verschiedene, technisch erzeugte elektromagnetische Frequenzen / ca. 12 Mio verschiedene Chemikalien. Aufnahme- und Entsorgungsvermögen jeder einzelnen Körperzelle werden gestört. (Prof. Bruce Lipton- Intelligente Zellen)

Körperliche Auswirkungen von Stress

■ Durchfall wegen Stress ■ Übelkeit durch Stress    ■ Wortfindungsstörungen Stress    ■ Herzstechen bei Stress
■ Verspannungen durch Stress    ■ Stress und Diabetis ■ Angstzustände durch Stress ■ Hautausschlag wegen Stress

Angst durch Stress

Angst ist eine wichtige Kraft in unserem Leben. (siehe unter Gefühle)

Gerade bei der Angst, diesem allgemein als schrecklich empfundenen Gefühl, scheint es verwunderlich, von einer Kraft sprechen zu wollen. Bei so viel Angst, die wir alle mit uns herumschleppen, müssten wir ja Superman sein, wenn Angst denn wirklich eine Kraft wäre. Warum also lähmt die Angst uns so? Warum wird sie so selten als die magische Kraft erfahren, die sie ihrem Wesen nach ist?

Angst bedeutet Grenze. Angst bedeutet, bekanntes Territorium zu verlassen. Angst ist, objektiv betrachtet, der Inbegriff von Aufregung und Abenteuer. Wir haben jedoch die Wertschätzung für das Unbekannte verloren, indem wir es mit Gefahr gleichsetzt haben. Unser natürliches Bedürfnis nach Neuem und Unbekannten wurde sukzessive durch Sicherheitsdenken zugedeckt und durch Konsumverhalten kompensiert.

Gregory Berns, Gehirnforscher und Professor für Psychiatrie und Verhaltensforscher an der Emory University in Atlanta untersucht in seinem Buch Satisfaction – warum uns neues glücklich macht, was uns Menschen eigentlich befriedigt.

Sein Fazit: Nur das Neue erfüllt uns wirklich. In seinem Buch beschreibt er, dass der Neurotransmitter Dopamin vermehrt ausgeschüttet wird, wenn uns neues begegnet.

Je nachdem, ob sich dieses Neue für uns als bedrohlich erweist oder nicht, mobilisiert dieser Stoff entweder unsere Flucht- oder Kampfreaktion oder löst spontanes Glück und langfristige Befriedigung aus.

So gesehen ist es gut nachvollziehbar, dass wir zunehmend unzufriedener werden, je mehr wir uns absichern.  Vieles in unserer Gesellschaft ist darauf aufgebaut, Angst zu vermeiden. Die Krankenkasse, “tausend” Versicherungen, der Mietvertrag,  Ehevertrag, tausend Sicherheitsbestimmungen, oder das Sozialversicherungssystem.

All das soll bewirken, dass wir uns sicher fühlen. Es soll dafür sorgen, dass die Angst beruhigt, gezähmt wird – ja, unter weit reichender Kontrolle ist. Überspitzt ausgedrückt könnte man glatt behaupten, dass unsere gesamte Zivilisation ein einziges Angstvermeidungssystem darstellt.

Umso erstaunlicher ist da die Tatsache, dass Ängste in unserer Gesellschaft ein weitaus größeres Problem darstellen als in vielen anderen Ländern. Angst vor Kontrollverlust, Existenzängste, Versagensängste, Schulängste, Prüfungsängste, Verlassenheitsängste – um nur einige zu nennen – nehmen Jahr für Jahr zu.

Die extreme Zunahme von Beruhigungs- und Aufputschmitteln sprechen eine deutliche Sprache. Und das, obwohl unsere Sicherheitssysteme immer ausgefeilter werden, damit wir unsere Ängste scheinbar effektiver ausklammern können. Es scheint: Je sicherer wir werden, desto mehr Angst haben wir.

Wie kann das sein? Unsere größte Angst ist nicht die vor dem Tod, oder vor Schmerzen, sondern vor Kontrollverlust.

 

Angst ist ein Signal für Unbekanntes

Wäre Angst nur ein Signal für Gefahr, würde sie mit zunehmender Absicherung verschwindend klein werden. Wir würden angstfrei leben, wie es uns die Hochglanzbroschüren so mancher Versicherungsunternehmen suggerieren möchten.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert mit einer Risikolebensversicherung und eine Prise Haftpflichtversicherung dazu – schon kann uns nichts mehr passieren!

Durch zunehmende Absicherung reduziert sich womöglich die Gefahr in meinem Leben, jedoch nicht der Bereich des Unbekannten. Im Gegenteil, je mehr ich mich absichere, desto mehr grenze ich mich ein und vergrößere somit den Bereich des Unbekannten – und damit den Bereich der Angst.

Die frühen Polynesischen Seefahrer auf ihren “Nussschalenboten” waren Helden. Sie hatten den Mut, sich ihrer Angst zu stellen und über die Grenzen des damals Bekannten hinauszusegeln, ins Ungewisse.

Wir wollen Abenteuer, aber bitte kontrolliert. Wir wollen Unbekanntes, aber nur, wenn wir im Vorfeld sicher sein können, dass es uns auch gefallen wird.  Unsere Stiefbeziehung zur Angst verhindert, dass wir wirklich Zufriedenheit erfahren. Angst als Kraft ermöglicht es uns, in jedem Moment Erfüllung zu erfahren, schon durch die Unvorhersagbarkeit der kleinen Dinge!

Die meisten Menschen kennen Angstkraft nicht, Sie kennen nur die Verteidigungsstrategien eines Systems, das Angst um jeden Preis vermeiden will.

Wir brauchen Angstkraft, um…

  • kreativ zu sein.
  • Auswege und Lösungen zu finden, wenn uns keine bekannt sind.
  • unsere Lebensaufgabe zu finden.
  • wirklich leben zu können.
  • bedingungslos lieben zu können.   
  • Abenteuer zu erleben.
  • uns auf das Ungewisse einzulassen und dem Mysteriösen zu öffnen.
  • Grenzen zu überschreiten und über uns selbst hinauszuwachsen.
  • uns zu entwickeln.

Hier geht es um den lähmenden Teil unserer Ängste:

Ängste haben verheerende Folgen auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene. Sie führen dazu, dass Menschen ihre Gesundheit extrem beeinträchtigen, sich ihr Bewusstsein verengt und auf das oder die Objekte der Angst fixiert, so dass sie letztlich ihr Leben nicht mehr frei leben können.

Es kann sie somit von ihrer Lebensaufgabe abhalten, auch von bestimmten Menschen oder Menschengruppen. Sie werden von der Angst zu Feinden oder Gegnern gemacht.

Angst entfremdet die Menschen voneinander, führt zu Misstrauen, Angriff, oder auch zum Rückzug. Sie lässt sie in Sicherheitsdenken verfallen, unbeweglich werden, erstarren, lähmt Initiative und Innovation.

Wir sehen überall, dass die Menschen – sowohl persönlich als auch kollektiv – in  Entscheidungssituationen fast immer aus Angst agieren, aus Angst vor Mangel (Existenzängste), Konkurrenz (Neid), Schuld (Rechthaben), Angst vor dem Partner oder Menschen allgemein (Sozialängste) und sogar Angst vor positiven Dingen wie die häufige Angst vor der eigenen Größe.

Dies führt zu einer immer größeren Reduzierung von Lebensfreude, stattdessen einer Vermehrung von Streit und Krieg, im Alltag zu immer mehr Lebenskampf. Eigentlich ist jeder Kampf aus Angst motiviert, denn wenn ich keine Angst hätte, etwas zu verlieren, oder Angst dass mir etwas mangeln oder fehlen könnte, so bräuchte ich nicht zu kämpfen.

Schlimmer noch, jede Angst macht uns manipulierbar und leicht beherrschbar. Wenn man Menschen überzeugen kann, dass eine Gefahr droht, indem man sie glauben lässt, dass bspw. ein anderes Land Massenvernichtungswaffen besitze, die auf sie gerichtet seien, dann kann man sie leicht dazu verleiten, jenes Land zu bekämpfen. Sie ziehen sogar in den Krieg und folgen den Angsterzeugern und ihren Ideen.

Man schürt erst Ängste, sogar Angst vor Gott, um die verängstigten Menschen dann dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie im angstfreien Zustand niemals getan hätten. Angst ist das Herrschaftsinstrument über Menschen schlechthin. Erst wenn man keine Angst mehr hat ist man wirklich frei. Freiheit ist ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben.

Angst kommt nicht von außen. Würde die Angst generell von Objekten oder Mensch ausgehen, hätten wir bei gleicher persönlicher und körperlicher Ausgangslage mehr oder weniger Angst. Das Objekt oder der Mensch würde prinzipiell auf alle Angst auslösend wirken. Aber ist die wirklich so? Bei näherem Betrachten zeigt sich: Bei Auftreten einer Angst auslösenden Situation im Äußeren hat der eine Angst, der andere nicht.

Der eine hat Angst vor dem Fliegen, der andere nicht. Der eine hat Angst vor Krebs, der andere nicht, der eine hat Angst vor Menschen mit anderer Hautfarbe, der andere nicht. Der eine hat Angst vor bestimmten Chemikalien, die tatsächlich oder angeblich Krebs auslösen, der andere nicht.

Der eine hat Angst vor Giftschlangen, der andere kann sie locker in die Hand nehmen. Der eine hat Angst vor Menschenmassen, dem anderen geht es damit sehr gut und er sucht sogar die Situation freiwillig auf, weil es ihm Freude macht. Der eine hat Angst vor Höhe, der andere nicht.

Die Argumentation gilt genauso für seelische oder geistige Ängste: Der eine hat Angst vor Partnerverlust oder sozialem Abstieg, der andere nicht, der eine hat Angst vor ewiger Verdammnis, ein anderer nicht; der eine hat Angst vor dem Leben, der andere nicht, obwohl sie sich in der derselben äußeren oder inneren Situation befinden.

Die Angst ist nie rational begründet. Wenn jemand Angst hat, den Partner an jemand anderes zu verlieren, und extrem eifersüchtig ist, nützen alle Beweise des Gegenteils nichts (siehe Othello).

Wenn jemand Angst vor dem Fliegen hat, kann man statistisch beweisen, wie sicher Flugzeuge sind, es nützt nichts, wenn er an die Gefahr glaubt und davon überzeugt ist. Die Angst scheint rein aus dem Glauben und der inneren Überzeugung zu kommen, und zwar aus dem Glauben desjenigen, der Angst hat, niemals aber vom Objekt selbst.

Sie laufen über ein breites Brett was 30 cm über dem Boden liegt – wenig Probleme. Sie laufen über das gleiche Brett was sicher und komplett wackelfrei auf 100 Meter Höhe angebracht ist – für die meisten ein großes Problem. Unser Verstand führt uns ausführlich vor Augen, dass wir dabei grausam verunglücken, zu Tode stürzen könnten.

Die beiden Situationen – einmal über das Brett in der Höhe oder nahe dem Boden gehen – unterscheiden sich nur dadurch, dass wir uns ausdenken und ausmalen, was alles passieren würde.  Wenn wir mit verbundenen Augen und an der Hand geführt, ohne zu wissen, dass wir auf 100 Meter Höhe sind über das Brett geführt werden – kein großes Problem.

Wer aber erschafft nun alle diese Befürchtungen? Da bleibt niemand anderes übrig als wir selbst.

Die Angst ist unser größter persönlicher Gegner im Leben, der uns das Leben wirklich schwer macht. Sie ist zugleich der Albtraum der ganzen Menschheit. Wir wählen alle unsere Handlungen entweder aus Angst oder aus Liebe, und es gibt nichts dazwischen.

Dies bedeutet, alle unsere Worte, Taten und Handlungen sind entweder von Angst oder von Liebe inspiriert und motiviert. Wähle ich aus Angst den Angriff oder die Abgrenzung, so habe ich deren Konsequenzen zu tragen, wähle ich Liebe, Integration und Freundschaft, so bekomme ich jene Folgen in meinem Leben zu spüren, ganz nach dem Spruch: Was du säest, wirst du ernten.

Und doch wählen die meisten ständig aufgrund von Angst und Furcht. Dies ist nur so zu erklären, dass sie es noch unbewusst tun, einfach den äußeren Reizen oder anderen Menschen folgend, oder sie bereits im Griff der Angst sind und nicht dagegen ankommen.

Denn eigentlich sollte man denken, dass jeder halbwegs vernünftige Mensch schon aus Eigeninteresse heraus, aus dem Wunsch, ein Leben in Liebe, Wohlstand und Gesundheit, ein Leben des Miteinanders statt des Gegeneinanders zu führen, freudig die Liebe wählt, da dies doch das ist, was alle Menschen im Grunde und in ihrem Herzen wollen.

Wenn wir jede beliebige Angst untersuchen, so ist da immer eine für uns bedrohliche Überzeugung dahinter. Ab dem Zeitpunkt wo ich eine Überzeugung glaube und für wahr halte, beginnt ein wahrer Teufelskreis, da sie sich über unsere Erfahrung den Beweis ihrer Existenz selbst erschafft.

Wie wir vom NLP oder der modernen psychologischen Forschung wissen, verändert die neue Überzeugung sogleich meine Wahrnehmung, die verzerrt oder sogar selektiv wird.

Ferner beginne ich diese neue Überzeugung sofort und automatisch auf bestimmte Objekte, Menschen oder Situationen zu projizieren, von denen mir die Überzeugung eben sagt, dass sie bedrohlich wären. Ich fülle also die Überzeugung mit Empfindung, mit Gefühl und lade sie emotional auf.

Damit kommt die Körperchemie voll in Stress-Modus und unterstützt in diesem Falle negativ dass ich gedanklich noch mehr auf die vermeintliche Bedrohung fokussiere und schließlich komplett darauf fixiert bin. (Panik, Phobie) Das Angstgehirn hat die schnellsten Nervenverbindungen und reagiert immer vor allen anderen Gehirnanteilen.

Ich habe keine Wahl mehr was ich denke – ich “werde gedacht”. (siehe auch unter Gefühle «Gehirn-Denken-Gefühle»)

Da ich nun die die darauf eingehenden Wahrnehmungen nur noch durch den Filter dieser Überzeugungen sehe, werden sie nun immer mehr getrübt. Ich nehme nur noch selektiv wahr, was ich glaube und glauben will und blende unbewusst alle dagegen sprechenden Wahrnehmungen aus.

Selbst wenn ich faktisch das Gegenteil wahrnehme, wird durch meine Überzeugung das Ergebnis verzerrt bis hin zum unbewussten Verdrehen und Ausblenden aller gegenteiligen Wahrnehmungen.

Aber sie allein reicht nicht aus, es muss auch der Glaube daran hinzukommen. Menschen nehmen immer eher das wahr, was sie glauben wollen. Wenn ich also glaube, dass die Wirtschaftlage sehr schlecht ist oder wir dass wir wieder von einem bestimmten Volk bedroht werden, so interpretiere ich alle weiteren Wahrnehmungen in dieser Richtung, finde immer neue Hinweise und Beweise (eben weil ich darauf fokussiert bin).

Dadurch erscheint es mir tatsächlich auch immer wahrer zu sein.

Und hier schließt sich der Teufelskreis: Da es immer wahrer für mich erscheint, glaube ich natürlich erst recht und immer mehr daran, und ich sehe ja immer mehr Beweise und Beispiele dafür. Und je mehr ich glaube, umso stärker wird wiederum dieser Mechanismus eben die Dinge anzuziehen die ich glaube.

Bis ich einst, wenn ich es nicht vorher willentlich durchbreche, total und fanatisch davon überzeugt bin und überhaupt nicht verstehen kann, warum vielleicht andere dies nicht so sehen (Beispiel: warum sie ihre Kinder nicht impfen lassen) Es ist doch Fakt, dass….

All die Dinge und Menschen, die uns Angst machen, selbst die nachweislich gefährlichen, sind keineswegs die wirklichen Ursachen von Angst, sondern nur die Auslöser für etwas ins uns selbst. Ängste sind jene Glaubenssätze, die uns glauben machen, dass etwas für uns bedrohlich oder gefährlich ist.

Sie bestehen im Kern wie alle Überzeugungen aus Gedanken. Das ist also ihre Substanz und das Wesen aller Ängste – bloße Gedanken!

Ängste befinden sich ausschließlich in unserem Bewusstsein, auch Unterbewusstsein, und hier im mentalen Bereich, und hier und nur hier können sie bearbeitet werden.

Man hat einmal ausgerechnet, dass wenn allein jede Konkurrenz aufhörte und wir alle zusammenarbeiteten, jeder von uns zu Wohlstand käme. Auch die steigenden Burn-Out-Zahlen und die Zunahme der psychischen Erkrankungen in den reichen Industriestaaten sprechen hier eine deutliche Sprache, was wir wählen.

Seltsam, denn dabei wollen wir doch etwas ganz anderes, wie man leicht herausfindet, wenn man die Menschen nach ihren Herzenswünschen fragt. Auch beweist sich dies dadurch, dass unsere persönlichen Vorbilder meist Frauen und Männer sind, die der Liebe gefolgt sind oder sie praktiziert haben – ob dies nun Albert Schweizer, Mutter Theresa, Franz von Assisi, Gandhi, Jesus oder weitere spirituelle Meister sind.

Die meisten unserer Vorbilder leben relativ angstfrei und von Liebe getragen.

In der Natur gibt es viel mehr Symbiosen, gegenseitige Unterstützung, als Konkurrenz. Die Vorstellung von Darwin, nur der Stärkste überlebt, als alleiniges Naturgesetz, hat sich mittlerweile sehr relativiert.

Wir sind bereits so von Angst besetzt, von ihr beherrscht und sie bestimmt maßgeblich unsere Entscheidungen. Dies ist normalerweise unbewusst, und oft realisieren wir leider nicht, woher so viel Unheil, Unglück und Kampf im Leben kommen, und klagen dann alle möglichen Leute, Umstände oder gleich das Leben als Ganzes an.

Daher ist Herstellung von Bewusstheit über unsere Worte und Taten und vor allem über die Motivation, aus der sie entstehen, so notwendig und ein guter Anfang. Dies geschieht in vielen Geistesschulen, besonders im Buddhismus, durch Achtsamkeit und wachsende Selbstbeobachtung, wodurch diese unbewussten Ängste langsam aus dem Verborgenen des Unterbewusstseins ins Wachbewusstsein kommen.

Ich schaue einfach, was ich im Moment denke und fühle, vor allem bei Entscheidungen. Ich schaue mir zu und bin stets bewusst, was ich tue und warum ich es tue. Dadurch sind die Ängste natürlich noch längst nicht besiegt. Erst wenn man sich ihrer bewusst ist und sie bewusstmacht, kann man darangehen, sie gezielt aufzulösen. Zur Auflösung ist dann aber ein weiterer Schritt oder eine Methode notwendig. (Jede Angst auflösen / Peter Reiter / Vianova Verlag)

Der andauernde “Krieg” im Kopf

Am laufenden Band Erwartungen, Wünsche. Wir an uns, andere an uns, wir an die Umwelt. Wenn sie nicht erfüllt werden, “leiden” wir. Ständiges Urteilen, Werten über alles und jeden > Sicherheitsbedürfnis > Orientierung. Wechselnde Gefühle und Emotionen, die immer auf dahinter liegende Bedürfnisse aufmerksam machen.

Dass Gefühle auf Bedürfnisse hinweisen erkennen wir oft nicht. Wir können mehrere (durchaus widersprüchliche) Gefühle und mehrere (auch widersprüchliche) Bedürfnisse gleichzeitig haben > siehe auch unter Bedürfnisse

Während wir uns auf eine unerwünschte Vergangenheit oder eine gefürchtete Zukunft fokussieren, stehen wir fast die ganze Zeit unter Stress – wir leben im Überlebensmodus. Das Sorgen- und Grübeldenken ist uns meist viel besser vertraut als das schöpferische Denken.

Anders als Tiere kann der Mensch die Kampf-oder-Flucht-Reaktion alleine mit Gedankenkraft in Gang setzen. Solche Gedanken haben nicht unbedingt mit den gegenwärtigen Umständen zu tun. Es passiert auch, wenn wir ein uns bevorstehendes Ereignis in Gedanken vorwegnehmen.

Und was noch schlimmer ist: Diese Stressreaktion kann auch durch die Erinnerung an vergangene, unglückliche Ereignisse hervorgerufen werden, die in unserer grauen Gehirnsubstanz eingeprägt ist.

Das Reh, was nach überstandener Flucht wenige Minuten danach wieder friedlich und zufrieden weidet, macht sich keine Gedanken darüber, was soeben passiert ist, und schon gar nicht über den Kojoten, von dem es vor zwei Monaten gejagt wurde.

Der wahre Unterschied zwischen Tieren und Menschen ist folgender: Sowohl Tiere als auch Menschen erleben Stress, aber nur der Mensch durchlebt vergangene traumatische Erlebnisse immer wieder und nimmt zukünftige Erfahrungen / Erwartungen vorweg.

Weil die Stressreaktion durch vergangene, gegenwärtige und zukünftige Belastungen uns so oft aus dem chemischen Gleichgewicht bringt, wird dieses Ungleichgewicht irgendwann “normal”. Wir leiden unter irgendeiner Krankheit.

Als unsere Vorfahren von Tieren oder anderen Menschen verfolgt wurden, erledigte die Stressreaktion genau die ihr zustehende Aufgabe: Sie schützte sie vor ihrer äußeren Umwelt. Das ist anpassungsfähig.

Doch wenn sich Ihre Gedanken tagelang um die bevorstehende Beförderung drehen, Sie immer nur Ihre Präsentation vor der Geschäftsleitung im Kopf haben oder sich Sorgen um Ihre im Krankenhaus liegende Mutter machen, produzieren diese Situationen dieselben chemischen Stoffe, als ob Sie von einem Tier gejagt würden – also ein Fehlverhalten. Sie verharren zu lange im Notfall-Modus.

Die Kampf-oder-Flucht-Reaktion verbraucht die Energie, die Sie eigentlich für Ihre Innenwelt brauchen. Der Körper entzieht diese lebensnotwendige Energie dem Immun-, Verdauungs- und Hormonsystem etc. und leitet sie in die Muskeln, die bei Gefahr zu Flucht oder Kampf eingesetzt werden. In Ihrem Fall fügen Sie sich damit allerdings Schaden zu.

Ihr Immunsystem das Ihre inneren Abläufe überwacht, hat nicht mehr genug Energie für Wachstum und Reparaturarbeiten, und Sie werden krank; das kann eine Erkältung, Rheuma oder auch Krebs sein (alles so genannte immun-vermittelnde Erkrankungen)

Wenn Stresshormone andauernd Körper und Gehirn aus dem Gleichgewicht bringen, richtet das Ego seinen Fokus allzu sehr auf das Überleben , und das Ich wird so wichtig, dass alles andere keine Rolle mehr spielt – wir sind ständig selbstsüchtig, werden egozentrisch und selbstgefällig, schwelgen im Selbstmitleid und Selbstverachtung.

Unter solchen Bedingungen ist das Ego hauptsächlich damit beschäftigt, jedes potentielle Ergebnis jeder potentiellen Situation vorherzusagen. Je stärker wir die Realität über unsere Sinne definieren, desto stärker wird diese Realität zu unserem Gesetz.

Die Menschen die wir kennen, sowie unsere Probleme und Besitztümer vergessen; die Zeit aus den Augen verlieren; den Körper und sein Bedürfnis nach Gewohntem hinter uns lassen; die emotionalen Hochgefühle aus vertrauen Erfahrungen, die unsere Identität bestärken aufzugeben; aufhören die Zukunft vorherzusagen oder vergangene Ereignisse Revue passieren zu lassen;

das selbstsüchtige Ego aufgeben, das nur mit seinen eigenen Bedürfnissen beschäftigt ist; über unsere Gefühle hinausdenken und träumen; uns nach dem Unbekannten sehnen – damit fängt die Freiheit von unserem gegenwärtigen Leben an. Diesen Zustand können Sie in einer speziellen Meditationsform täglich erzeugen, was bis zur schnelleren Heilung von Krankheiten führt. (Ein neues Ich / Dr. Joe Dispenza / Koha Verlag)                                                                                                                                                                                                     (Du bist das Plazebo / Dr. Joe Dispenza / Koha Verlag)

Entspannungs- Methoden zu erlernen ist für Ihre körperliche und seelische Gesundheit und Ihr Gleichgewicht also mehr als notwendig, denn…

Wir “leiden” unter…

  • ÄNGSTEN
  • Ich soll
  • Ich muss
  • Ich bin nicht gut genug
  • Selbstanklage / Selbstkritik / Selbsthass (hätte, sollte, müsste, würde)
  • Selbstbestrafung
  • Opferhaltung
  • Wut
  • Trauer
  • Ohnmacht
  • Hilflosigkeit
  • sich messen und vergleichen müssen
  • mangelnden Selbstwertgefühl/ Selbstbewusstsein
  • Eitelkeit/ falschem Stolz
  • Idealisieren/ Mythos
  • nicht loslassen können/ wollen
  • mangelnder Flexibilität
  • Verbissenheit
  • Ganz oder gar nicht Denken
  • Alles oder Nichts Denken
  • Katastrophen-Denken
  • Gedankenlesen / Vermutungs-Denken
  • Minimieren
  • Maximieren
  • Ich muss perfekt sein
  • Gier
  • Hass
  • Verblendung
  • Anklage an die Welt / Schicksal

Wenn Sie eine Liste schreiben: Ich soll… und wenn Sie eine Liste schreiben: Ich kritisiere mich… dann werden Sie merken, dass diese Listen sehr ähnlich sein werden. Wir scheinen keine Wahlfreiheit zu haben.

Verdruss, Kritik, Selbstkritik, Schuldgefühle und Angst verursachen mehr Probleme als irgend etwas sonst. Ich könnte, ich kann, ich erlaube mir, ich wähle ganz bewusst, ich gönne mir, ich darf, ich entscheide aus dem Herzen heraus…plötzlich haben wir eine Wahl. Sofort kommt eine innere Stimme: ja aber…ich muss doch…wir sind im SOLL-MUSS-Programm meistens wie gefangen.

Entscheidungen kosten viel Kraft

Entscheidungen kosten viel Kraft und Energie. Allein unser Gehirn mit 1300 bis 1500 Gramm braucht 20 % unserer Energie. Energie in Form von Glucose. Deshalb bringt Zucker kurzfristig einen Kick, danach, durch die Bauchspeicheldrüsen – Reaktion (Insulin) aber einen noch stärkeren “Durchhänger”.

Entscheidungen zehren an Ihrer Willenskraft, und wenn diese erschöpft ist, sehen Sie nicht mehr klar. Wenn Sie den ganzen Tag über Entscheidungen zu treffen haben, sind Sie irgend wann ermattet und wollen Kräfte sparen. Sie suchen nach Entschuldigungen, eine Entscheidung zu vermeiden oder aufzuschieben. (Buch: Die Macht der Disziplin / Roy Baumeister, John Tierney)

Entscheidungen und deren Qualität:

  • kosten immer Lebens-Kraft/ Willens-Kraft
  • abhängig vom Außen – anderen Menschen
  • abhängig von der körperlichen, geistig, seelischen Verfassung
  • abhängig vom Zeitpunkt (Tageszeit/ Lebensphase)
  • abhängig von den momentanen Lebensumständen
  • abhängig, wie viele Möglichkeiten zur Auswahl stehen                                                                                                                                  (Bei zu vielen Möglichkeiten treffen Sie oft gar keine Entscheidung, weil es lähmend, überfordernd, ermüdend, frustrierend ist. Oder Sie haben Angst die falsche Entscheidung zu treffen.)
  • haben Folgen (mir bewusst / nicht bewusst / teilweise bewusst)
  • Angst Entscheidungen zu treffen

Widerstände kosten viel Kraft

Was genauso viel Lebenskraft “verbraucht” sind Widerstände. Widerstände gegen das was Sie gerade im “Hier und Jetzt” erleben. Widerstände gegen die gerade erlebte “Realität” wie Sie sie vorfinden.

Durchkreuzte Absichten, enttäuschte Erwartungen bauen die meisten und nachhaltigsten Widerstände auf. Sie hätten gerne eine andere Reaktion vom Partner. Sie wünschen sich eine andere Umgebung. Ihnen geht es nicht schnell genug…usw. Das “Wunschprogramm” im Kopf wird nicht mit der “Realität” in Einklang gebracht.


Ein ganz wichtiger Punkt:

Wir wollen in die kurze Spanne von 70 bis 90 Jahren alles hineinpacken. Nichts im Leben verpassen. Schnell, schnell, solange ich noch kann. Unbewusste Angst: vor dem Tod. Das definitive Ende der Spaß- und Leistungsgesellschaft.

Mit der inneren und äußeren Hetze versuchen wir unbewusst dem Tod davonzulaufen. Eine noch größere Angst als vor Tod oder Schmerzen ist die Angst vor KONTROLLVERLUST.

Die Natur ist unser bester Lehrer:

Viele Menschen sind auf der Suche nach dem „heiligen Gral“. Sie wollen ihr Leben am schnellsten und einfachsten verbessern. Was also ist die Lösung? Die Lösung ist das Leben selbst, die Natur. Von der Natur können wir alles lernen, was wir brauchen, um unser Leben zufrieden stellend zu gestalten.


Vom Körper lernen:

Unser Herz ruht ca. 8 Stunden in 24 Stunden.
Unsere Atmung pausiert bei Ruheatmung ca. 6 – 12 Stunden in 24 Stunden.

Vollkommener Blödsinn?

Unser Herz hat einen Doppelschlag. Einmal arbeiten die Vorkammern. In dieser Zeit können die Hauptkammern ausruhen. Dann arbeiten die Muskeln der Hauptkammern. Nun haben die Vorkammern Pause. Ca. 1/3 eines zweiphasigen Herzschlages ist Ruhe! Bei 60 Schlägen in der Minute ergibt das in 24 Stunden 8 Stunden Ruhezeit.

Beobachten Sie Ihre Atmung wenn Sie ruhig sind. Steuern Sie nicht willentlich Ihren Atemrhythmus. Was fällt Ihnen auf? Nach der Ausatmung entsteht eine kurze Pause, in der gar nichts passiert. Zwischen 1-2 Sekunden. Bei ca. 15 Atemzügen in der Minute (Ruheatmung!) ist in 24 Stunden 6 -12 Stunden Ruhe.

Alle Organe machen ständig Minipausen. Nur wir Menschen glauben an die „Vollgas“- Leistungsgesellschaft. Wie viel PS/ KW bieten wir intellektuell, geistig, körperlich, optisch, sexuell?

Was sind mögliche Lösungen aus dem Dilemma? Ihre gewohnten Gedanken, Gefühle, Ängste, Gewohnheiten, Erwartungen einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Aber das kann sehr unangenehm oder frustrierend sein. Sie können aber auch mit vielen “AH- Erlebnissen” rechnen. Muss das sein? Diese Zustände erledigen sich irgendwann von selbst denken Sie – wirklich?

Ihre jahrelangen ähnlichen Gedanken, Befürchtungen, Gefühls-Muster, Verhaltensweisen, Erwartungen haben feste Strukturen in Ihrem Gehirn hinterlassen.

Sie können mit den verschiedenen “Entspannungs- Methoden”, Visualisierungen, Meditationen verändert werden. Mehr Lebensqualität durch anderes Denken, Fühlen, Handeln ist durchaus zu erlernen. Sie haben auch hier die Wahl.